Technische Daten

Taktische Bezeichnung VRF Kennzeichen TU-17FW
Marke, Typ Ford F350 XL CrewCab KFZ-Zusätze ABS, ESP, zuschaltbarer Allrad, Tempomat
Hubraum, Abgasnorm 6.210 cm³ / Euro 5 Motorleistung 306 kW (416 PS)
Getriebeart 6-Gang Automatikgetriebe Gesamtgewicht 5.500 kg
Baujahr 2015 Indienststellung 2015
Besatzung 1:3 Aufbaufirma Rosenbauer
Funkrufname Voraus Tulln Digitalfunk BOS Austria ISSI 02372233

Fahrzeugbeschreibung

Das Vorausrüstfahrzeug ist ein Feuerwehrfahrzeug welches für technische Einsätze – vorrangig Menschenrettungen im Zuge von Verkehrsunfällen – und für einfache Löschaufgaben ausgerüstet ist. Als Chassis für das Einsatzfahrzeug dient ein Ford F350 XL welcher entsprechend dem hubraumstarken Benzinmotor über vier innenbelüftete Scheibenbremsen mit 2-Kolben-Bremssattel verfügt und für ein Gesamtgewicht von 5.5 Tonnen typisiert ist.

Fahrzeugdetails

Für den Fahrer- und Mannschaftsraum steht die originale CrewCab mit vier Einzelsitzen zur Verfügung. Neben dem Sitz des Fahrzeugkommandanten befindet sich ein ein Multi-Gasmessgerät MSA Altair 4X sowie ein digitales Handfunkgerät. Zwischen den hinteren beiden Sitzen steht eine Tischkonsole zum Unterbringen div. Beladung mit einer Schreibfläche samt Plexiglasauflage zur Verfügung.


Neben den aus dem privaten Fahrzeugbereich bereits bekannten Einparksensoren verfügt das Fahrzeug zusätzlich über eine Rückfahrkamera mit 5.6 Zoll LCD-Bildschirm im Bereich des Innenspiegels. Wie bei allen Einsatzfahrzeugen der "ersten Welle" sind ein Batterielade- und -erhaltungsgerät sowie zwecks Motorschonung eine Motorblockvorwärmung verbaut.

Einbaugenerator:
Zur Versorgung der elektrischen Geräte steht ein von der Fa. Becker in Gerlingen (D) im Motorraum eingebauter, vom Fahrzeugmotor angetriebener, Einbaugenerator mit einer Leistung von 6,5 kVA bereit.

Kommunikation:
Zusätzlich zum digitalen Fahrzeugfunkgerät mit Repeaterfunktion ist das Vorausrüstfahrzeug ist mit einem ELW-Router ausgerüstet welcher die Verbindung von Netzwerkgeräten mit dem Feuerwehrhaus-eigenen WLAN-Netz an der Einsatzstelle durch automatisches Errichten eines lokalen WLAN-Hotspots über eine Mobilfunk-Datenanbindung ermöglicht. Neben führungsunterstützenden Tätigkeiten wie dem Zugriff auf diverse Datenbanken können so auch Verwaltungsaufgaben zeitnah im Einsatzdienst erledigt werden. Durch das integrierte GPS-Modul ist eine genaue Ortsbestimmung des Fahrzeuges jederzeit möglich. Über das WLAN-Segment des Routers kann im Rahmen des lokalen WLAN-Hotspots auch der im Mannschaftsraum gehalterte tragbarer Tablet-Computer aber auch die IT-Infrastruktur des Wechselladeaufbaus Atemschutz gemeinsame Ressourcen nützen. Der ELW-Router erweitert damit die IT-basierte Führungsunterstützung der Stadtfeuerwehr Tulln an der Einsatzstelle.
Nachdem auch die an Verkehrsunfällen beteiligten Fahrzeuge immer komplexer werden steht den Einsatzkräften im Mannschaftsraum der o.a. tragbarer Tablet-Computer zur Verfügung auf dessen berührungsempfindlichen Bildschirm u.a. eine mit Unterstützung des Österr. Bundesfeuerwehrverbandes erstellte Rettungskartendatenbank für PKW's und Eisenbahnwaggons der ÖBB sowie der DB online und offline abrufbar ist. Rettungskarten bieten den Feuerwehrkräften eine besondere Übersicht für eine schnelle und professionelle Personenrettung da darauf die Lage von Karosserieversteifungen, Batterie, Airbags und Gasgeneratoren zum Zünden der Airbags deutlich eingezeichnet sind. 
Neben bekannten Internetanwendungen steht darauf auch das bei Feuerwehren gern genutzte App "Gefahrgut-Blattler" – ein Schnellnachschlagewerk für Feuerwehreinsätze mit Schadstoffen, Einsätze im Gleisbereich, Gefahren durch Elektrizität, KFZ mit alternativen Antrieben und vielen mehr – zur Verfügung.

Der Geräteraumaufbau in Aluminium-Leichtbauweise, welcher tiefgezogen zur Nutzung des max. Geräteraumes ausgeführt ist, wird beidseits mit je einer Leichtmetalljalousie verschlossen. Im Heck ist eine breite Klappe eingebaut welche u.a. bei Schlechtwetter dem Maschinisten während seiner Tätigkeit Schutz bietet.

Geräteraum 1 (links):
Darin werden vorrangig die für den technischen Einsatz erforderliche Geräte wie Unterbaumaterial für den Einsatz mit hydraulischen Rettungsgeräten, Motorkettensäge, zwei Trennschleifer, Werkzeugtrage oder auch zwei Kanister Ölbindemittel gehaltert.

 

Geräteraum 2 (rechts):
Neben dem 200 Liter fassenden Löschmittelbehälter der Cafs-Polylöschanlage finden sich darin eine Teleskopleiter sowie Geräte für den Löscheinsatz und ergänzend zur Mindestbeladung entsprechend der verpflichtend einzuhaltenden Baurichtlinie des NÖ Landesfeuerwehrverbandes werden u.a. noch drei Pressluftatmer Auer BD96 mini samt Reserveflaschen gehaltert.

Im tiefgezogenen Außenstaufach befindet sich Absperrmaterial wie z.B. 6 Stk. faltbare Verkehrsleitkegel oder auch ein Absperrband zur Absicherung der Einsatzstellen.

Hydraulischer Rettungssatz:
Der – bei Bedarf auch komplett entnehmbare – hydraulische Rettungssatz der Fa. Lukas ist im Heck auf einem Volllastauszug gelagert. Das bauähnliche zu jenem Gerät im TLF 3 besteht aus Schneidegerät, Spreizer mit Diamond Spitzen, Rettungszylinder und einer elektrisch betriebenen Hydraulikpumpe für Simultanbetrieb, dh. zwei Geräte können unabhängig voneinander betrieben werden. Alle Rettungsgeräte sind mit Sterngriff-Steuerung, welche ein feinfühliges und intuitives Bedienen ermöglicht, sowie mit Single-Kupplungen zum schnellen Gerätewechsel ohne manuelle Druckentlastung ausgestattet.

Löschanlage:
Ebenfalls im Heck befindet sich ein Auszug zur Aufnahme der Haspel für den fix mit der Löschanlage verbundenen Textilschlauch (Länge: 40 m, Durchmesser: 19 mm) mit einem CAFS-Hohlstrahlrohr sowie der Armaturenkasten mit elektrischer Füllstandsanzeige. So kann das Löschsystem von einer Position aus unter Druck gesetzt, die Schlaucheinspeisung aktiviert und das Löschsystem wieder druckentlastet werden. Zusätzlich sind auf dem Armaturenkasten der Flaschendruck, der Behälterdruck sowie der Füllstand des 200 Liter fassenden Löschmittelbehälters jederzeit auf einem Blick ersichtlich. Die universell einsetzbare Poly-Löschanlage Skid SL 200 mit einer Durchflußmenge von 35 lit./min. bei 7 bar ist im Geräteraum 2 verbaut.

Am Kabinendach befindet sich die optische und akustische Warneinrichtung mit integrierter Lautsprecheranlage. Ein leistungsstarkes, blendfreies LED-Beleuchtungskonzept dient auch für die Sicherheit der Einsatzkräfte:
In der seitlichen Dachgalerie sowie an der Heckseite sind jeweils zwei LED-Arbeitsscheinwerfer mit geneigter Konsole als Umfeldbeleuchtung mit einer Lichtleistung von jeweils > 1.000 Lumen integriert.
Zur raschen Ausleuchtung der Einsatzstellen ist ein pneumatisch bis zu einer Höhe von 4,25 Metern ausfahrbarer Flutlichtmast mit 6 Stk. LED-Scheinwerfern mit einer Lichtleistung von je 3.600 Lumen versenkt in den Aufbau eingebaut. Die Steuerung (elektrisch dreh- und schwenkbar) erfolgt vom Fahrzeugheck aus wo sich der "Hauptarbeitsplatz" des Maschinisten befindet.

Verkehrsleiteinrichtung:
Zur Eigenabsicherung an den Einsatzstellen verfügt das Fahrzeug – so wie das Versorgungsfahrzeug – über eine am hinteren Aufbaudach angebrachte LED-Verkehrsleiteinrichtung über deren Signalbildplatte verschiedene Signale und Verkehrshinweise dargestellt werden können.

Im Rahmen der offiziellen Schlüsselübergabe erfolgte am 18.12.2015 im Beisein interessierter Tullnerinnen und Tullner die Fahrzeugsegnung durch Feuerwehrkurat Pfarrer Anton Schwinner in der Tullner Rosenarcade. Bereits 19 Stunden danach befand sich das Vorausrüstfahrzeug in seinem ersten Realeinsatz auf der S5.

Das Vorausrüstfahrzeug wurde auch in Feuerwehr-Fachmagazinen ausführlich vorgestellt.
Hier die Fachartikel zum Nachlesen:

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Fahrzeugverwendung

Bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen rückt das Vorausfahrzeug als erstes Fahrzeug aus, um rasch die Unfallstelle abzusichern und eine Befreiung mit dem hydraulischen Rettungssatz zu beginnen.

Bei Personensuche oder jeder Art von größeren Einsätzen im Stadtgebiet, unter Umständen mit mehreren Feuerwehren oder Sonderdiensten des Landesfeuerwehrverbandes, werden Führungsaufgaben bis zum Eintreffen des seit 1994 bei der Freiw. Feuerwehr Neuaigen stationierten Einsatzleitfahrzeug der Gemeinde Tulln darin abgewickelt (Kennzeichnung der Einsatzleitung mit einem roten Drehlicht).

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