Hilfeleistungsfahrzeug 3 (Tank 1)

HLF 3

 

Technische Daten

Taktische Bezeichnung HLF 3 Kennzeichen TU-11FW
Marke, Typ Scania P 400 CB 4x4 KFZ-Zusätze ABS, permanenter Allrad, Tempomat, LED-Tagfahrlicht
Hubraum, Abgasnorm 13.000 cm³ / Euro 5 Motorleistung 294 kW (400 PS)
Getriebeart 14-Gang Automatikgetriebe Gesamtgewicht 18.000 kg
Baujahr 2018 Indienststellung 2018
Besatzung 1:6 Aufbaufirma Rosenbauer
Funkrufname Tank 1 Tulln Digitalfunk BOS Austria ISSI 02372216

Fahrzeugbeschreibung

Dieses Einsatzfahrzeug, mit 3.400 Liter Löschwasser- und 100 Liter Schaummitteltank, ist das erste Fahrzeug vom Typ Hilfeleistungsfahrzeug 3 bei der Stadtfeuerwehr Tulln. Neben der umfangereichen Norm- bzw. Pflichtbeladung für den Branddienst sind auch zahlreiche Geräte für technische Einsätze vorhanden, wodurch mit diesem Fahrzeug ein sehr breites Einsatzspektrum abgedeckt werden kann. Zur Beladung zählt neben einem tragbaren Notstromaggregat auch ein mit Singlekupplungen ausgestatteter hydraulischer Rettungssatz, Hebekissen und vieles mehr. Das Fahrzeug ist zusätzlich mit einer Bergeseilwinde Rotzler Treibmatic TR080/6 mit Seillänge von 60m und einer Zugkraft von 80kN ausgerüstet.

Trotz eines neuen Fahrzeug- und Ausrüstungskonzeptes wurde bei der Planung darauf geachtet, das parallelen zum Tanklöschfahrzeug 3 (Tank 3) geschaffen wurden, wodurch die Ausbildung und Handhabung erleichtert werden.

Fahrzeugdetails

Im Fahrerraum befinden sich ein Bediendisplay, welches dem Fahrer rasch und umfassend einen Überblick über den gesamten Fahrzeugzustand bietet. Es informiert über Tankinhalte, offene Geräteräume u.v.m. Auch alle Signaleinheiten und Lichtsysteme steuert man von dieser Einheit aus. Eine aufschaltbare Rück- sowie eine Frontkamera unterstützen den Fahrer beim manövrieren. Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz befindet sich zwei Helmhalterungen, ein Gasspürgerät, eine Wärmebildkamera sowie ein digitales Handfunkgerät.

Im Mannschaftsraum werden drei Atemschutzgeräte (PA200) in den Sitzlehnen gegen die Fahrtrichtung gehaltert. In den Sitzbänken werden diverse Ausrüstungsgegenstände für den Atemschutztrupp (Rettungsleine, Feuerwehrgurte, Reserveflaschen, Feuerwehrbeile, etc.) mitgeführt. Im sogenanten Action-Tower zwischen den Sitzplätzen der letzen Sitzreihe ist eine Kühlbox, eine Erkundungswerkzeugtasche, ein zweites digitales Handfunkgerät, Handscheinwerfer so wie weitere Ausrüstungsgegenstände untergebracht.

Im vorderen Teil der Geräteräume auf der linken Fahrzeugseite befindet sich ein Großteil der "technischen" Ausrüstung auf einer schwenkbaren Werkzeugwand. Als Sonderausrüstung enthält dieses Hilfeleistungsfahrzeug einen hydraulischen Rettungssatz, bestehend aus Schneidegerät, Spreizer, Rettungszylinder, Pedalschneider und einer elektrisch betriebenen Hydraulikpumpe für Simultanbetrieb, dh. zwei Geräte können unabhängig voneinander betrieben werden. Alle Rettungsgeräte sind mit Sterngriff-Steuerung, welche ein feinfühliges und intuitives Bedienen ermöglicht, sowie mit Single-Kupplungen zum schnellen Gerätewechsel ohne manuelle Druckentlastung ausgestattet. Über der Hinterachse befindet sich fast das gesamte Schlauchmaterial, sowie sieben Vetter-Hebekissen samt Doppelsteuerorgan, Füllschläuche und zwei 10 Liter Pressluftflaschen 200bar zur Druckluftversorgung. Der ausklappbare Kotflügel des Hinterrades bildet eine Standbrücke durch welche auch höher gelagerte Ausrüstungsgenstände leicht erreicht werden können. Im hintersten Geräteraum sind die wasserführenden Armaturen wie Verteiler, Hydroschild, Stützkrümmer oder Strahlrohre in verschiedenen Ausführungen auf einem Drehfach untergebracht. Darüber befindet sich ein fest verbauter 100 Liter Schaummitteltank sowie zwei Abseilgeräte samt Zubehör. Hinter einer Auftrittsklappe befinden zwei B-Augänge der Einbaupumpe, und auf einem Auszug im Tiefraum zwei Tauchpumen.

Im vorderen Teil der Geräteräume auf der rechten Fahrzeugseite befindet sich ein tragbares 14 kVA Notstromaggregat welches den hydraulischen Rettungssatz und eine Energieinsel im gegenüberliegenden Geräteraum mit elektrischer Energie versorgt. Darüber befindet sich ein elektrischer Hochleistungslüfter zum Belüften von verrauchten Räumen und Gebäudeteilen. Im Durchladebereich zur gegenüberliegenden Fahrzeugseite ist eine Rettungsplattform, ein Spineboard, ein mobiles Rauchverschlußsystem sowie eine Unfallsichtschutzwand untergebracht.  Über der Hinterachse befinden sich ein PKW-Abstützsystem (Weber Stab-Fast) zur Stabilisierung von Unfallfahrzeugen, eine Schadstoffausrüstung einschließlich faltbarer Auffang- bzw. Notfallwanne sowie elektrische Werkzeuge wie eine Schlagbohrmaschine, Winkelschleifer oder eine Pendelhubsäge. Der ausklappbare Kotflügel des Hinterrades bildet eine Standbrücke durch welche auch höher gelagerte Ausrüstungsgenstände leicht erreicht werden können. Im hintersten Geräteraum sind auf einem Schub-Drehfach Kleinlöschgeräte wie Kübelspritze oder verschiedene Handfeuerlöscher (Pulver, Co2) rasch griffbereit. Eine ausziehbare Hygienewand ermöglicht eine Grobreinigung bzw. -dekontamination der Einsatzmannschaft. Darüber befinden sich jew. ein Reservekanister für Benzin, Diesel und Schaummittel. Hinter einer Auftrittsklappe befinden sich zwei B-Ausgang der Einbaupumpe so wie eine Schaumschnellangriffseinrichtung bestehend aus einer zusätzlichen Druckleitung mit einem fest eingebauten Zumischer an dem zwei Stück C-Druckschläuche (jew. 20m) und eine Kombischaumrohr angeschlossen sind.

Hinter der Heckklappe befinden sich die Bedienungs- und Anzeigeelemente der Normaldruckeinbaupumpe. Die Feuerlöschkreiselpumpe mit einer Nennförderleistung von 3.500 Liter/Min. bei 10 Bar (Normaldruck) ist unmittelbar hinter der Verkleidung untergebracht. Darüber ist die Normaldruckschnellangriffseinrichtung in Form einer Schlauchhaspel mit 40 Meter formbeständigen Textilschlauch und einem AWG Turbo-Twist-Hohlstrahlrohr mit drei Wechselaufsätzen. Die LED-Verkehrsleiteinrichtung kann verschiedene Programme bestehend aus Richtungspfeilen und gespeicherten Texten darstellen. Links neben der Anhängevorrichtung befindet sich ein B- und ein A-Eingang (mit Reduzierung auf B), um die Pumpe bzw. den Tank mit Löschwasser zu versorgen.

Am Fahrzeugdach wird u.a. eine vierteilige Leichtmetallsteckleiter mit einem Verbindungsteil gehaltert. Während in einer Dachbox sich zwei Vetter-Hebekissen I/9 samt Zubehöhr befinden, ist in einer zweiten Box der abnehmbare Dachwasserwerfer und weitere Ausrüstungsgengestände gelagert.  Der pneumatische Flutlichmast ist mit acht Stk. 42W LED Leuchtmittel ausgestattet und wird mit der Boardspannung des Fahrzeuges betrieben.

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