Sachbearbeiter Atemschutz

Für den Einsatzdienst bei Bränden und Unfällen mit Schadstoffen ist der schwere Atemschutz (umluftunabhängiger Atemschutz) nicht wegzudenken. Der Atemschutz ermöglicht es den Feuerwehrmännern auch unter extremen, für die Atemwege giftigen Bedingungen die Aufgaben zu meistern.

Damit die Geräte und Atemschutzmasken immer im einsatzfähigen Zustand gehalten werden gibt es den Atemschutzwart, der bei der Feuerwehr Tulln von einem Gehilfen unterstützt wird.

Der Sachbearbeiter

FM Daniel Schreck

1978 in Schwarzach-St. Veit geboren
Eintritt in die FF Tulln-Stadt: 2016
Sachbearbeiter seit: August 2017
berufliche Tätigkeit: Haustechnik Facharbeiter am Rehabilitationszentrum Weißer Hof der AUVA
sonstige Tätigkeiten: Gruppenkommandant bei der Betriebsfeuerwehr RZ Weißer Hof Klosterneuburg
frühere Tätigkeiten: --

 

Mitarbeiter im Sachgebiet

LM Robert Völkl jun.

1968 in Tulln geboren
Eintritt in die FF Tulln-Stadt: 1980
Mitarbeiter im Sachgebiet seit: Jänner 2012
berufliche Tätigkeit: Angestellter bei Fa. Securitas (Betriebsfeuerwehr Burghauptmannschaft Österreich)
sonstige Tätigkeiten: -
frühere Tätigkeiten: Gruppenkommandant von 2003 bis 2006 bzw. 04/2009 bis 05/2010; Sachbearbeiter Atemschutz von 02/2006 bis 01/2012 

Beschreibung Sachgebiet Atemschutz

Die Stadtfeuerwehr Tulln verfügt über einen Wechselladeaufbau-Atemschutz, welcher einen Atemluftkompressor mit sechs Speicherflaschen (á 50 Liter) enthält. An der Füllrampe können über Kipphebelbedienung gleichzeitig sechs Flaschen befüllt werden. Neben automatischen Luftgütemessungen (z.B. Wassergehalt) und einer jährlichen Manometerprüfung erfolgt alle drei Jahre eine Abnahme durch die TPA Energie- und Umwelttechnik GesmbH, welche eine Bescheinigung über die Überprüfung gemäß § 14 Kesselgesetz ausstellt.
Bei Feuerwehreinsätzen, bei denen mehrere Atemschutztrupps im Einsatz stehen, wird ein Atemschutzsammelplatz (Kennzeichnung durch grünes Drehlicht) errichtet. In der Regel wird ein Mann des Atemschutz-Teams die Funktion des Sammelplatzleiters übernehmen. Bei diesem Atemschutzsammelplatz finden die Atemschutzgeräteträger neben einer Waschmöglichkeit und Getränkeversorgung auch ein bereitstehendes Fahrzeug des Roten Kreuzes, das aufgrund interner Vereinbarungen bei Atemschutzeinsätzen mitalarmiert wird.

Pressluftatmer sind lungenautomatische Atemschutzgeräte, die ohne Rückgewinnung der Ausatemluft arbeiten. Die Einatemluft wird vom Geräteträger über ein lungenautomatisches Ventil aus den am Rücken befindlichen Pressluftflaschen entnommen. Die Abluft wird durch ein Ausatemventil ins Freie abgeleitet.

Bei der Stadtfeuerwehr Tulln werden 9 Stück Pressluftatmer (PA200) und 3 Stück Pressluftatmer (PA300) eingesetzt. In den Branddienstfahrzeugen (3 Tanklöschfahrzeuge und der Drehleiter) werden jeweils drei Stück davon mitgeführt. Weiters stehen im Vorausrüstfahrzeug drei Erkundungsgeräte (PA200), z.B. für den Einsatz bei Fahrzeugbränden, zur Verfügung.

Für den Einsatzbereich auf der Hochleistungsbahnstrecke Wien - St. Pölten – im Besonderen für den Wienerwaltunnel – können die Pressluftatmer (PA300) mit einer zusätzlichen Kunststoffverbundflasche aufgerüstet werden, um mit dem sogenannten Twinpack eine Erhöhung der Einsatzdauer zu erreichen.
Ein Teil der Reserve-Kunststoffverbundfllaschen werden in zwei Kunststofftransportboxen gelagert und bei Bedarf mit einem Logistikfahrzeug zur jeweiligen Einsatzstelle transportiert.

Für die elektronische Verwaltung und Administration der Atemschutzflaschen steht ein über die Zentrale-Atemschutz-Werksatt des NÖ Landesfeuerwehrverbandes angekauftes Softwarepaket der Fa. Atemschutztechnik Menzl zur Verfügung.

Bei dieser landesweit einheitlichen Pressluftflaschen Füll- und Verwaltungssoftware werden die grundsätzliche lokal gespeicherten Daten (Offlinebetrieb) regelmäßig mit einer zentralen Datenbank abgeglichen. Die aktuelle Software hat im Juni 2015 die Füllstellenapplikation ALFSA 2.0 und deren Vorgängerversion ALFSA 1.0 (bis 09.01.2010) abgelöst und wird erfolgreich bei der Stadtfeuerwehr Tulln eingesetzt.

Auch die Atemluftflaschen der Feuerwehren, welche größtenteils von der Atemluftfüllstelle Tulln betreut werden, sind mit Barcodes ausgestattet und in diesem EDV-System erfasst welches eine Vernetzung bzw. einen automatischen Datenabgleich zu den Systemen anderer Feuerwehren gewährleistet.

Atemschutzmasken müssen nach jeder Verwendung gereinigt und desinfiziert werden. Abschließend erfolgt eine schonende Trocknung durch thermostatgeregelte Warmluft in dem in der Atemschutzwerkstatt montierten Maskentrockenschrank.

Im Zuge der laufenden Wartung ist es u.a. erforderlich Dichtprüfungen von Vollmasken, Ausatemventilen und Lungenautomaten an diesen Atemschutzgeräten durchzuführen. Dies erledigt das Atemschutz-Team mit dem Prüfkoffer "Multitest plus ND".

Durch die Ausführung in Kofferbauweise kann das Prüfgerät in der Atemschutzwerkstatt platzsparend verwahrt aber bei Bedarf auch leicht im Wechselladeaufbau-Atemschutz transportiert werden.

16 Stk. Mannschutz- und Ortungsgeräte (Typ: MSA FIREFLY II und MSA motionSCOUT) sind auf unseren Atemschutz- geräten montiert und sollen im Falle eines Unfalls im Atemschutzeinsatz dem Geräteträger die Möglichkeit geben, Hilfe zu rufen. Ein Alarm kann manuell durch den Atemschutzgeräteträger selbst, oder durch 30 Sekunden langes regungsloses Liegen ausgelöst werden. Mittels der lauten Akustik kann der Verunfallte durch andere Einsatzkräfte rasch gefunden und gerettet werden.

Als Ergänzung zur persönlichen Schutzausrüstung gibt es Hitzeschutzhauben, die unsere Atemschutzgeräteträger vor direkter Hitzeeinwirkung und Wärmestrahlung schützen sollen. Damit ist nun im Brandeinsatz jede Körperoberfläche geschützt.