Das Feuerwehrwesen

Das Österreichische Feuerwehrwesen

Das Österreichische Feuerwehrwesen basiert hauptsächlich auf Freiwilligen Feuerwehren. Lediglich in der Bundeshauptstadt und in fünf Landeshauptstädten wird diese Aufgabe durch Berufsfeuerwehren wahrgenommen. Zahlreiche große Industrie- und Gewerbebetriebe verfügen aber auch über teils freiwillige Betriebsfeuerwehren. Der Österreichische Bundesfeuerwehrverband, die Dachorganisation der Landesfeuerwehrverbände, zählt in seiner Statistik vom 01.01.2016 4.503 Freiwillige Feuerwehren, 314 Betriebsfeuerwehren und die oben angeführten sechs Berufsfeuerwehren in Graz, Innsbruck, Klagenfurt, Linz, Salzburg und Wien. Das Freiwilligensystem wird durch rund 338.055 ehrenamtliche Feuerwehrmitglieder getragen. Nur durch sie können jährlich bundesweit rund 217.330 Einsätze (ohne Brandsicherheitswachen) geleistet werden.

Nach der Bundesverfassung fällt das Feuerwehrwesen in Österreich in die Zuständigkeit der Bundesländer. Die gesetzlichen Grundlagen finden sich daher in den Landesgesetzen und Verordnungen. In Niederösterreich sind dies das NÖ Feuerwehrgesetz, das Katastrophen-Hilfe-Gesetz sowie die Dienstordnung der Freiwilligen Feuerwehren und Betriebsfeuerwehren. 

Trägerin der örtlichen Feuer- und Gefahrenpolizei ist die Gemeinde. Damit ist die Gemeinde auch für die Einrichtung, den Erhalt und die Ausrüstung ihrer Feuerwehren zuständig. Die damit verbundenen Einsatzaufgaben der Feuerwehren sind vielfältig: vorbeugender und abwehrender Brandschutz, Rettung von Menschen und Tieren sowie Bergung lebensnotwendiger Güter, Hilfeleistung nach Unfällen, sonstigen Notlagen und im Katastrophenfall, Hilfeleistung bei Unfällen mit gefährlichen Stoffen sowie Mitarbeit im Zivilschutz.

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Feuerwehren in Niederösterreich

In Niederösterreich werden diese Aufgaben durch 1.648 Freiwillige- und 91 Betriebsfeuerwehren mit 96.674 Mitgliedern wahrgenommen. Diese bewältigen jährlich rund 72.871 Einsätze. An der Spitze der niederösterreichischen Feuerwehren steht das NÖ Landesfeuerwehrkommando mit Sitz in Tulln. Seine Aufgabe ist die Koordination der Ausrüstung, die gemeinsame Vertretung gegenüber den Landesbehörden, die Verfassung von Dienstanweisungen, die Bewertung und Prüfung von Ausrüstungsgegenständen und vieles mehr. Die Aufgabe einer qualifizierten Aus- und Weiterbildung wird durch die NÖ Landes-Feuerwehrschule – ebenfalls in Tulln – wahrgenommen.

Der NÖ Landesfeuerwehrverband gliedert sich in 20 Bezirksfeuerwehrkommanden. Diese werden wiederum in Abschnittsfeuerwehrkommanden unterteilt. Ein Abschnittsfeuerwehrkommando besteht aus Unterabschnitten, denen die einzelnen Feuerwehren angehören.

An der Spitze jeder Feuerwehr steht ein Feuerwehrkommando, dem die Führung der Wehr obliegt. Dieses wird durch die Mannschaft alle 5 Jahre gewählt. Für Fahrzeug- und Gerätewartung, Ausbildung, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit und anderere Aufgaben bestellt das Feuerwehrkommando Fachchargen und Sachbearbeiter. Neben der meist großen Gruppe der aktiven Feuerwehrmitglieder gibt es auch oft eine Reserve, die aus den älteren Feuerwehrmitgliedern besteht, und eine Feuerwehrjugend. Neben dem Einsatzdienst besteht das "Feuerwehrleben" aber auch aus Übungen, Gerätepflege und -reparaturen, Schulungen und geselligen Veranstaltungen. Nicht zuletzt sind die freiwilligen Feuerwehren gerade in den kleinen Ortschaften der zentrale Mittelpunkt des Gemeindelebens. 

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Die Stadtfeuerwehr Tulln

"Gut Ding braucht Weile", diese Worte finden sich in der ersten Zeile des 1. Protokollbuches der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Tulln für die Jahre 1878 - 1900. ... Am 16. Juni 1878 wurde unter dem Vorsitz von Bürgermeister Josef Ursin nach § 36 der "Feuerpolizeiordnung für das Erzherzogthum unter der Enns mit Ausschluß der Haupt- und Residenzstadt Wien", Landesgesetz vom 1. Juni 1870, die Wahl der Kommandantschaft vorgenommen. Das Wahlergebnis wurde öffentlich kundgemacht.... Die Statuten der neugegründeten Feuerwehr wurden am 12. Juli 1878 mit Zl. 20884 - G 4 von der k.k. niederösterreichischen Statthalterei genehmigt.... Die Feuerwehrmänner wurden von Exerziermeister Adolf Schneider aus Wien, innerhalb von 12 Tagen ausgebildet. Der Gesamtstand betrug 48 Mann, die Einteilung erfolgte in drei Zügen. Die Stadtgemeinde kaufte auch von der Firma Hekele in Wien-Fünfhaus eine Fahrspritze die nunmehr neben alten Wagen und Geräten zur Verfügung stand.... Bei 31 Neugründungen im Jahre 1878, hiezu gehörte auch die freiwillige Feuerwehr der Stadt Tulln, betrug die Gesamtzahl der freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich 336. Die Feuertaufe erhielt die junge Wehr am 17. August 1878. Sie wurde um 9.00 Uhr mit Hornsignal alarmiert....
   
Die Stadtfeuerwehr Tulln hat sich im Laufe der Jahrzehnte den Erfordernissen einer modernen Wehr angepasst und bildet mit rund 450 Einsätzen im Jahr die einsatzstärkste Freiwillige Feuerwehr des Bezirks Tulln. Mit rund 75 aktiven Feuerwehrmitgliedern und einem Fuhrpark von 13 Fahrzeugen ist die Stadtfeuerwehr Tulln für diese Aufgaben bestens gerüstet. Als Standort von Sonder- bzw. Spezialfahrzeugen wie Hubrettungsgerät, Kranfahrzeug und Atemluftcontainer reicht die Einsatztätigkeit weit über die Grenzen des Stadtgebietes von Tulln hinaus. Durch die direkte Lage an der Donau wird die Stadtfeuerwehr gerade bei Hochwasserereignissen im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes gefordert. Die Bezirksalarmzentrale und der Sitz des Bezirksführungsstabes im Katastrophenfall stellen im Feuerwehrhaus Tulln das Kommunikations- und Koordinationszentrum für die Aufgaben der Feuerwehren im Bezirk Tulln dar. Aber auch im Bereich von Sonderdiensten des NÖ Landesfeuerwehrverbandes ist die Stadtfeuerwehr aktiv – einige Feuerwehrmitglieder bilden die Hälfte der Mannschaft der Basisgruppe Mitte des NÖ Feuerwehrflugdienstes. Auf dieser Homepage werden Sie über diese und andere Themen rund um die Stadtfeuerwehr informiert und können diese bei ihrer Einsatztätigkeit und diversen Aktivitäten verfolgen.

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