Das Feuerwehrhaus - von der Stiegengasse in die Brückenstraße

Im September 1980 ersuchte das Feuerwehrkommando auf Grund des akuten Platzmangels die Stadtgemeinde um eine Depoterweiterung. Das vorhandene Platzangebot war zur Aufrechterhaltung eines vollkommen funktionsfähigen Feuerwehrapparates nicht mehr ausreichend. Die in Verwendung stehenden Gebäude “Widhof“ in der Stiegengasse, “Glückhaus“ in der Albrechtsgasse, der Wirtschaftshof des NÖ Landeskrankenhauses und Teile der NÖ Landes-Feuerwehrschule in der Nußallee konnten auch wegen ihrer örtlichen Aufsplittung die steigenden Anforderungen an eine moderne Feuerwehr nicht mehr befriedigen.

Altes Feuerwehrdepot im Widhof

Schon anfangs des darauf folgenden Jahres gab Herr Bürgermeister Edwin Pircher bei der jährlichen Mitgliederversammlung der Feuerwehr seine Zusage, sich für einen Depotneubau einzusetzen. Am 02.07.1981 beschloss der Tullner Gemeinderat einstimmig den Neubau eines Feuerwehrhauses am “Achatz“-Areal an der Bundesstraße 213 und lud Herrn Architekt Dipl.-Ing. Franz Pfeil zur Offertlegung sowie Planung ein. Nach der Vorlage eines Raumplanes durch die Stadtfeuerwehr führte der Architekt die ersten Kostenschätzungen durch und wurde schließlich 1982 mit der Planung beauftragt.

Der Baubeginn wurde mit der im Frühjahr stattfindenden Bauverhandlung sowie der Spatenstichfeier eingeleitet und fand seinen eigentlichen Anfang am 15.06.1982 mit dem Bau des ersten Abschnittes – der Fahrzeughalle mit 16 Stellplätzen. Schon im Dezember des gleichen Jahres konnten die Einsatzfahrzeuge in die in Rekordzeit fertig gestellte Halle eingestellt werden, womit einer der Grundgedanken zum Neubau des Feuerwehrhauses – die zentrale Fahrzeughaltung – bereits erfüllt war. Am 27.07.1983 wurde mit dem Kommandogebäude der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Die Herstellung der Dachkonstruktion, die Montage der Kunststofffenster, die Elektro-, Sanitär- und Heizungsinstallationen, Malerarbeiten, das Verlegen der Bodenbeläge und viele Dinge mehr nahmen ein ganzes Jahr in Anspruch. Durch den zeigerechten Einbau der Heizungsanlage konnte die Fahrzeughalle schon im Winter 1983/1984 auf +5° C temperiert werden und es war damit die permanente Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge gewährleistet.

Das alte Depotgebäude war im Dezember 1984 endgültig von noch gelagerten Geräten und Ausrüstungsgegenständen geräumt, sodaß nun das gesamte Inventar der Feuerwehr in der neuen Zentrale in der Brückenstraße untergebracht war. Nach Lieferung und Montage ergänzender Einrichtungsgegenstände und Ausstattungen kam es im März 1985 zur endgültigen Fertigstellung der Baulichkeit.

Das neu errichtete Haus der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Tulln wurde am 24. März 1985
mit der Eröffnung und der feierlichen Segnung seiner Bestimmung übergeben.

Übergabe des Feuerwehrhauses in der Brückenstrasse 11

Das Feuerwehrareal verfügt über zwei Zufahrtsmöglichkeiten (Süd: Bahnhofstraße, West: Brückenstraße). Am südlichen Grundstücksteil befindet sich ein trennbarer Parkplatz auf dem 25 PKW-Abstellflächen für Feuerwehrmitglieder reserviert sind. Nördlich der Waschbox stehen ein asphaltierter Lager- und Waschplatz im Freien mit einem Hydrant zur Befüllung der Tanklöschfahrzeuge zur Verfügung.

Feuerwehrhaus Tulln, 1985
Feuerwehrhaus Tulln, 2004

Zur Verbesserung des Lager- und Logistiksystems wurde im Herbst 2009 mit der Errichtung einer Lagerhalle im Bereich der ehemaligen Gartenanlage im nördlichen Teil des Feuerwehrareals begonnen. Am 2. Mai 2010 - 25 Jahre nach dem Bezug des Feuerwehrhauses - wurde die Lagerhalle im Rahmen der jährlichen Florianifeierlichkeiten offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Feuerwehrhaus Tulln, 2011

Eine zu Jahresbeginn 2013 frei gewordene Gemeindewohnung im ersten Obergeschoß des Feuerwehrhauses wurde – entsprechend dem Antrag der Stadtfeuerwehr – aufgelöst um die Räumlichkeiten in Zukunft für die Nutzung durch die Feuerwehr zur Verfügung zu stellen. Nach Abschluss der mit finanzieller Unterstützung des Jugendreferates der NÖ Landesregierung durchgeführten baulichen Adaptierungen liegt neben einem kleinen Arbeitsraum für den Nachrichtendienst und einem Büro für Fachchargen, Zugs- und Gruppenkommandanten, Sachbearbeiter sowie den Jugendbetreuern der Schwerpunkt der neuen Nutzung in der Förderung der Jugendarbeit bei der Feuerwehr. So konnten durch die Eingliederung gegenständlicher Wohnung nicht nur die bis dato aufgrund Platzmangels in einem Gangbereich provisorisch aufgestellten Spinde in einer eigenen Jugendgarderobe mit separatem WC untergebracht werden, sondern es wurde auch ein Aufenthalts- & Jugendraum zur Nutzung durch die Feuerwehrjugend – dies ermöglicht u.a. eine eigene Ausgestaltung mit Wimpeln, Wettkampfpokalen u. dgl. – geschaffen.